Life Quadrants

In meinem Artikel Eisenhower Matrix – prioritätsbewusst planen schrieb ich über die Verwendung der Eisenhower-Matrix für die Priorisierung von Tasks. Ein Leser wies mich dann auf Life Quadrants hin, eine Web-Anwendung für das Task-Management, die unter anderem auch diese Matrix nutzt.

Die Methode

Life Quadrants geht allerdings in seinem Ansatz deutlich über das reine Task-Management hinaus. Es bietet Unterstützung für eine umfassende Methode, die auf Konzepten von Stephen Covey  basiert, und auch die Dreamlines von Timothy Ferris – zumindest begrifflich – einbezieht.

Die Planung wird auf drei Ebenen durchgeführt:
1. Langfristig (Jahre) – Lebensziele, ‘Course Control’
2. Mittelfristig (Monate) – Dreamlines
3. Jetzt! – Tasks

Wie auch bei Stephen Covey geht es darum, Klarheit über langfrisitge Ziele zu erlangen und diese in mehreren Stufen herunterzubrechen, bis letztlich klar definierte, Aufgaben herausfallen, die direkt erledigt werden können.

Was ist nun das Besondere an diesem Ansatz? Aufgaben können in einem größeren Kontext gesehen werden; sie bekommen einen Sinn, weil sie helfen ein Ziel zu erreichen. Dies hilft bei der Priorisierung und trägt sicherlich auch zur Motivation bei.

Das Werkzeug

Life Quadrants ist eine Anwendung, die im Browser läuft. Dadurch ist sie praktisch überall verfügbar. Für die Benutzung ist eine kostenlose Registrierung erforderlich. Auf der Seite wird auch eine geführte Tour angeboten, in der gezeigt wird, wie die Anwendung benutzt werden kann.

Die Oberfläche ist einfach und übersichtlich gehalten. Idealerweise startet man mit der Definition seiner langfristigen Ziele und bricht diese dann in Dreamlines und Tasks herunter. Allerdings können auch einfach Aufgaben angelegt werden, ohne die ganze Hierarchie zu beschreiben.

Fazit

Life Quadrants stellt Aufgaben in den Kontext von Zielen, mittelfristige Ziele in den Kontext langfristiger Ziele. Damit wird es leichter, langfristige Ziele zu erreichen, weil immer konstruktiv daran gearbeitet werden kann – in kleinen Schritten, die aber zielführend sind. Die Anwendung ist einfach und bequem zu nutzen. Problematisch wird es nur, wenn kein Internetzugang verfügbar ist.
Neben der Anwendung ist auf der Seite auch ein interessantes Blog zu finden. Empfehlenswert!

Zen To Done

Methoden zur Steigerung der Produktivität gibt es einige. Die wichtigsten der letzten Zeit sind GTD (Getting Things Done) von David Allen und 7-Habits von Stephen R. Covey.

David Allen fokusiert sein GTD stark auf das Taskmanagement. Den Kopf frei zu bekommen, Übersicht über zu erledigende Aufgaben zu haben und diese Schritt für Schritt zu erledigen, ist das erklärte Ziel.

Stephen R. Covey geht dagegen mit einem weiten Blick an die Problematik heran. Für ihn ist entscheidend, die richtigen Dinge zu tun. Dabei setzt er bei der Definition von Lebenszielen und Werten an. Daraus ergibt sich dann die Grundlage für die Priorisierung von Aufgaben.

Beide Ansätze schreien geradezu danach, vereinigt zu werden; die wichtigen Aufgaben effektiv erledigen. Genau dies hat Leo Babauta mit seinem Zen To Done in Angriff genommen.

Leo versucht, diesen Prozess einfacher zu machen. Dazu hat er die Methoden stark vereinfacht und auf das Wesentliche konzentriert. Dieses Vorgehen ist gleichzeitig auch Kern seiner Methode. Er rät, Methoden und Werkzeuge immer weiter zu vereinfachen. Ziel ist schließlich das effektive Erledigen unserer wichtigen Aufgaben; Methoden und Werkzeuge sind Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck.

Die oben erwähnten Methoden setzen voraus, dass wir uns viele neue Gewohnheiten aneignen und andere ablegen. Gewohnheiten zu ändern ist aber hart. Auch hiermit hat Leo sich auseinander gesetzt. Er empfiehlt, sich jeweils immer nur eine Gewohnheit zu erarbeiten. 30 Tage sieht er als notwendig und hinreichend für das Einschleifen einer Gewohnheit an. Mir scheint das etwas knapp, um etwas Neues wirklich in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, aber das mag bei jedem etwas anders sein.

Wichtig ist jedenfalls, dass dieses Vorgehen dabei hilft, sich immer auf genau eine neue Gewohnheit zu konzentrieren. Das steigert die Erfolgschance erheblich! In einem Jahr können wir so das komplette Zen To Done verinnerlichen. Durch den Aufbau der Methode werden wir aber schon sehr schnell einen Fortschritt und praktischen Nutzen erleben.

Was mir gut gefällt, ist das Prinzip der ständigen Vereinfachung, die Teil der Methode ist. Es ist kein statisches System, sondern passt sich immer wieder an unsere Bedürfnisse an.

Natürlich ist auch Zen To Done keine Universallösung. Wie bei jeder Methode müssen wir schauen, was für uns funktioniert und was nicht.

Eine deutsche Übersetzung von Leos Buch Zen To Done kann hier als ebook geladen werden. Leo schreibt regelmäßig in seinem Blog zen habits.

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