Formelsatz mit MacTeX

Beim Schreiben technischer oder naturwissenschaftlicher Arbeiten besteht oft die Notwendigkeit Formeln im Text unterzubringen. Viele Textverarbeitungen unterstützen deshalb auch die Eingabe von Formeln. Trotzdem ist es auch heute immer noch eine Überlegung wert,  \TeX, bzw. \LaTeX, für solche Texte zu benutzen.

Bereits 1977 begann Donald Knuth mit der Arbeit an \TeX, weil er für seine Bücher ein Satzsystem haben wollte, das seinen ästhetischen Ansprüchen genügte. Formelsatz war dabei natürlich ein wesentliches Kriterium.

Ein wesentliches Merkmal von \TeX ist die klare Trennung von Inhalt und Erscheinungsbild. Innerhalb des Textes wird lediglich die Struktur festgelegt. In einem zweiten Schritt wird der Text in Dokumente hoher Qualität übersetzt. Qualität bezieht sich hier auf den Satz; für die Qualität des Inhalts ist der Autor natürlich immer noch selbst verantwortlich 😉

Im wissenschaftlichen Bereich setzte sich \TeX schnell durch. Vor allen Dingen, weil es durch Makros sehr weitgehend erweiterbar ist. Dadurch entstanden im Lauf der Jahre mächtige Pakete, die das Arbeiten mit \TeX wesentlich erleichtern. Das wohl bekannteste ist \LaTeX von Leslie Lamport.

\TeX wurde für das Schreiben von Büchern entwickelt und kann auch mit entsprechend großen Texten umgehen. Es unterstützt Literaturreferenzen (BiBTeX) und hilft beim Erzeugen eines Index (MakeIndex).

Hier will ich nicht näher auf \TeX selbst eingehen. Viele werden es bereits kennen. Bei Dante, der Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX, findet sich eine Menge an Dokumentation zu \TeX und allem drum herum.

Speziell für den Mac gibt es eine komplette Distribution namens MacTeX, die einfach zu installieren ist und alles mitbringt, was man braucht.

Für Leute mit \TeX / \LaTeX-Erfahrung, geht der Einstieg schnell: TeXworks starten, ein neues Dokument basierend auf einem Template erzeugen und los schreiben (Bild 1). Die Aufrufe von LaTeX, BibTex und MakeIndex, oder natürlich auch \TeX, erfolgen direkt aus der Anwendung (Bild 2). Das Ergebnis wird in einem eigenen Fenster dargestellt. Man muss also nicht im Terminal die einzelnen Anwendungen aufrufen.

Bild 1 - Vorlagen TeXworks

Bild 1 – Vorlagen TeXworks

Bild 2 - Aufruf von Kommandos aus TeXworks

Bild 2 – Aufruf von Kommandos aus TeXworks

Neben TeXworks sind weitere Editoren in MacTeX, bzw. MacTeXtras, enthalten: TeXShop, Aquamacs, aber auch LyX.

LyX lässt den Autor, im Gegensatz zu den anderen Editoren, direkt das Ergebnis seiner Arbeit sehen (Bild 3). Nur \TeX Befehle die er nicht erkennt stellt er auf dem Bildschirm dar. Damit schränkt er den Anwender nicht auf einen limitierten Befehlsumfang ein.

Bild 3 - LyX

Bild 3 – LyX

Ich selbst ziehe TeXworks vor, weil ich dort direkt die Befehle eingeben und sehen kann. Das kommt einem Softwareentwickler wohl einfach entgegen 😉

Der Einstieg in \TeX / \LaTeX ist wahrscheinlich nicht einfach. Hat man aber die zugrundeliegenden Konzepte erst einmal verstanden, geht die Arbeit schnell und reibungsarm von der Hand. LyX erleichtert dies natürlich noch einmal deutlich. Der wesentliche Vorteil ist, dass man sich während des Schreibens keine Gedanken über die Präsentation machen muss. Don Knuth hat eine Menge Wert darauf gelegt, dass \TeX saubere und ästhetische Dokumente erzeugt.

\LaTeX kann übrigens zum Beispiel auch in WordPress benutzt werden, um zum Beispiel Formeln zu setzen. Vor einiger Zeit gab es einen schönen Artikel zum Thema.

Hat man den Wunsch oder die Notwendigkeit Texte mit mathematischen oder chemischen Formeln zu schreiben, ist MacTeX einen näheren Blick auf jeden Fall wert.

Scriveners Scratchpad für die schnelle Idee zwischendurch

Für die schnelle Idee zwischendurch gibt es in Scrivener das sogenannte Scratchpad, also einen Notizblock. Das Scratchpad lässt sich per Tastenkürzel (⇧⌘-Enter) auch außerhalb Scriveners öffnen. Dann können bestehende Texte bearbeitet und neue angelegt werden.

Das Scratchpad besteht aus einer Liste, die zur Auswahl bestehender Texte dient und einem Editor für die Bearbeitung dieser Texte. Mittels Werkzeugleiste lassen sich auch neue Textdateien anlegen.

Die im Scratchpad bearbeiteten Texte lassen sich dann in ein Scrivener Projekt importieren. Dazu wird das Zielprojekt ausgewählt, das allerdings bereits geöffnet sein muss. Dann kann der Text an ein bestehendes Dokument angehängt, oder als neues Dokument in das Projekt aufgenommen werden.

‚Hinter‘ dem Scratchpad steht erst einmal einfach ein Ordner, in den die einzelnen Texte abgelegt werden. Dadurch lassen sich die Texte mit einem beliebigen Editor bearbeiten. Legt man diesen Ordner zum Beispiel auf die Dropbox, hat man somit eine völlig transparente Lösung für das Arbeiten auf einem iPad oder einem beliebigen anderen Computer. Dort bearbeitete oder neu angelegte Texte erscheinen automatisch im Scratchpad und können somit leicht in Scrivener weiter verwertet werden.

Zu beachten ist lediglich, dass Scratchpad mit den Standardeinstellungen RTF-Dateien erzeugt. Die Editoren auf dem iPad können damit nicht umgehen. Dies lässt sich allerdings in den Einstellungen von Scrivener auch auf TXT ändern (siehe Bild). Für Texte, die auf dem iPad neu angelegt werden, spielt das auch keine Rolle, weil Scratchpad TXT-Dateien lesen kann, auch wenn es selbst RTF erzeugt.

Einstellungen für Scratchpad

Einstellungen für Scratchpad

Scrivener 2.4.1

Dieses Update gibt es wohl primär, weil die Installation unter Snow Leopard für Scrivener 2.4 nicht funktionierte.

Neben diesem Fix haben sich aber auch noch einige Kleinigkeiten geändert. Die Anforderungen des Apple App-Store erfordern die Auswahl eines Ordners für die Ablage der Backups – kein Problem. Leider kann aber auch MultiMarkDown nicht mehr mit ausgeliefert werden, Scrivener kann allerdings mit einer separaten MultiMarkDown-Installation zusammen arbeiten.

 

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