WriteRoom für den Mac

WriteRoom ist eine weitere App aus dem Dunstkreis des Distractionfree Writing. Ich setze WriteRoom schon seit einiger Zeit auf dem iPad ein und benutze es gerne. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, es auch auf dem Mac zu testen.

Wie erwartet funktioniert es problemlos. Der Fullscreen-Mode von Lion wird gut unterstützt, ebenso wie automatisches Sichern.

Neben reinem Text ermöglicht WriteRoom auch das Arbeiten mit formatiertem Text. Damit lassen sich, wie gewohnt, Schriftarten, Größe, Textausrichtung etc. wählen. Speichern lassen sich diese Texte in verschiedenen Formaten, ua. rtf, docx und odt.

WriteRoom erlaubt die Verwendung sogenannter Themes. Damit kann das Erscheinungsbild der Anwendung vom Anwender beeinflusst und nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Zu diesem Zweck können Bilder für den Hintergrund und Töne für Tastenanschläge festgelegt werden.

Was mich etwas enttäuscht hat, ist der Mangel an Hintergründen und Geräuschen. Man kann beides nachladen, aber es wird nichts mitgeliefert außer ein paar wenigen Themes, die mich nicht sehr ansprechen. Auf der website gibt es noch drei Themes zum Download. Das ist nicht wirklich viel. Sounds für Tastenanschläge sind gar nicht zu finden. Positiv zu vermerken ist allerdings, das beliebige eigene Bilder und Sounddateien benutzt werden können.

Ein interessantes Feature von WriteRoom ist die Erfassung von Textstatistiken bezogen auf eine Session. Eine Session wird über das Menü gestartet. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Worte, Zeichen usw. für diese Session erfasst. Die erfassten Daten können dann als csv-Datei exportiert und in eine Tabellenkalkulation oder Datenbank geladen werden. Damit lässt sich der Fortschritt sehr schön verfolgen. Bei Bedarf lassen sich aus den Daten Prognosen für den Zieltermin ableiten, oder aber, ob ein fixer Termin bei konstantem Tempo erreicht werden kann.

Wie erwartet erweist sich WriteRoom auch auf dem Mac als zuverlässiges und angenehmes Schreibwerkzeug.

Dennoch liegt Ommwriter in meiner Gunst immer noch vorne. Das ist aber reine Geschmackssache und kann sich stimmungsabhängig auch ändern. WriteRoom kann ich jedenfalls sehr empfehlen. Ausprobieren muss letztlich jeder selbst, um zu finden, was am besten passt. Bei den Preisen für diese Apps von 4.99€ bzw. 7.99€ sollte das aber auch kein Problem sein.

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Distraction-Free Writing

Distraction-Free Writing

Distraction-free writing (ablenkungsfreies Schreiben) ist seit einiger Zeit sehr angesagt. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Applikationen, die sich dies auf die Fahne geschrieben haben. iAWriter, WriteRoom und OmmWriter sind nur drei Beispiele. Worum geht es bei distractionfree writing nun überhaupt?

Ein Merkmal herkömmlicher Textverarbeitungen wie Microsoft Word und OpenOffice Writer zeichnen sich durch einen immensen Funktionsumfang aus. Die vielen Möglichkeiten zur Formatierung, Rechtschreibkorrektur und all die anderen netten Features können aber schnell von der eigentlichen Arbeit ablenken; der Schreibfluss leidet darunter.Distraction-free writing Werkzeuge halten all diese Ablenkungen vom Autor fern und erlauben ihm, sich einfach auf seinen Text zu konzentrieren. Typischerweise sind es Fullscreen-Anwendungen, die außer dem Text selbst nichts auf den Bildschirm bringen. Was dabei entsteht ist einfach … Text.

Braucht man Formatierungen, Bilder, Tabellen und ähnliches, kann man den rohen Text in einer Textverarbeitung aufbereiten. Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Trennung zwischen der Arbeit am Text, dem Inhalt, und der Arbeit am Layout, der Form.Diese Trennung macht für anspruchsvollere Texte Sinn. Während des Schreibens konzentriert man sich ganz auf den Inhalt. Manch einer kennt einen ähnlichen Ansatz bereits von TeX/LaTeX, das im wissenschaftlichen Umfeld gern genutzt wird.

OmmWriter

OmmWriter ist ein Vertreter dieser Programmgattung. Er setzt das Paradigma konsequent um und geht so weit, auch Growl Benachrichtigungen abzuschalten, um Unterbrechungen und Ablenkungen zu minimieren. Interessant ist die Möglichkeit zwischen verschiedenen Hintergründen, Hintergrundgeräuschen und akustischen Signalen für Tastenanschläge zu wählen. Die Hintergrund- und Tastengeräusche sind auch abschaltbar. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an solch eine ruhige Umgebung gewöhnt. Sie erlaubt wirklich ein sehr konzentriertes Arbeiten. Mir persönlich sagen die angebotenen Hintergrundgeräusche nicht so zu; ich habe sie abgeschaltet. Die Tastengeräusche mag ich allerdings. Sie erzeugen eine angenehme Atmosphäre.

OmmWriter ist für Mac OS X, iOS und Windows erhältlich. Für den Preis von lediglich ein paar Euro kann ich nur jedem empfehlen OmmWriter, oder einen anderen Vertreter dieser Gattung, auszuprobieren. Es lohnt sich!

Übrigens bietet auch WordPress einen distraction-free writing Modus. Hier steht, wie es geht: http://en.support.wordpress.com/distraction-free-writing/

Es ist interessant zu sehen, dass generell der Trend wieder zum Singletasking geht und damit auch die Fullscreen-Anwendungen wieder im Kommen sind. Apple hat diesen Weg ja mit Lion auch beschritten. Das ist sicher eine sinnvolle Entwicklung, die sich an den Bedürfnissen des Anwenders orientiert, der wesentlich fokussierter arbeiten kann.

Screenshots

So aufgeräumt sieht der Bildschirm während des Schreibens aus:

OmmWriter 1

Bewegt man die Maus erscheint dieses recht dezente Menü. Wird der Mauszeiger über einen der Punkte bewegt, öffnet sich das Menü nach rechts. Natürlich können auch die bekannten shortcuts für das Sichern oder Öffnen eines Dokuments verwendet werden. In einem, ebenfalls nur bei Bedarf eingeblendeten, Menü am oberen Bildschirmrand sind darüber hinaus die Mac OS X üblichen Funktionen verfügbar.

OmmWriter 2

Meine meistgenutzten Anwendungen auf Mac und iOS

Nach längerer Zeit habe ich wieder einmal eine Bestandsaufnahme meiner Anwendungen und Apps gemacht, um zu prüfen, welche davon ich wirklich regelmäßig verwende, und welche ich lieber wieder lösche.
Die meistgenutzten Anwendungen habe ich hier aufgelistet. In dieser Liste habe ich mich auf Anwendungen von generellem Interesse beschränkt und speziellere Programme wie Photoshop und Eclipse weggelassen. Die Reihenfolge in der Liste hat keine Bedeutung.

– mail (Mac und iOS, sync via mobileMe)
– calendar (Mac und iOS, sync via mobileMe)
– Things (Mac und iOS) – Taskmanagement
DEVONthink (Mac und iOS) – Dokumentendatenbank
– Safari (Mac und iOS)
– Firefox (Mac)
– iOutBank (iPad)
Circus Ponies Notebook (Mac und iPad, sync via iTunes, Dropbox wird leider immer noch nicht unterstützt)
– Vorschau (Mac) – meist für Review und Kommentierung von PDF-Dateien.
Goodreader (iOS, sync via Dropbox) – meist für Review und Kommentierung von PDF-Dateien.
– Numbers (Mac und iPad)
Mindnode (Mac und iOS) – schöner MindMapper
– Textexpander (Mac und iOS) – praktischeTextmakros

Besonders aufgefallen ist mir das Fehlen einer Textverarbeitung. Natürlich verwende ich immer wieder einmal Pages, OpenOffice, oder auch Word, aber eben nicht mehr sehr häufig. Viele Texte werden im Browser erzeugt, z.B. für Wikis oder Blogs. Notizen schreibe ich meist in Notebook oder auch direkt in DEVONthink. Hier gab es also eine Veränderung in meiner Arbeitsweise.

Seit einigen Tagen verwende ich  Ommwriter zum Schreiben von Texten, so auch  für diesen hier. Er hat zumindest das Potential, in der nächsten Liste aufzutauchen. Das Arbeiten in dieser Umgebung funktioniert wirklich gut. Auf dem iPad probiere ich aktuell WriteRoom für die Bearbeitung von Texten.

Für größere Textprojekte liebäugle ich mit Scrivener, bin aber noch nicht sicher, ob wir zusammenpassen.

Was an der Liste auch auffallen dürfte, ist die Nutzung von Apps, die sowohl auf dem Mac als auch auf iOS-Geräten laufen. Dies war natürlich ein Selektionskriterium, was ja aus meinen anderen Artikeln hier zu ersehen ist. Auch wenn es generell immer noch Verbesserungspotential bei der Synchronisation der Daten zwischen den Geräten gibt, funktioniert die Arbeit damit in der Praxis doch inzwischen recht gut.

Und so sieht das Dock meines iPad jetzt schon seit einiger Zeit aus:

Dock iPad

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