Formelschnipsel mit LaTeXiT erzeugen

Hier und da soll es ja vorkommen, dass eine Formel gebraucht wird. Gibt es einen Formeleditor für die entsprechende Anwendung, ist das schnell erledigt. Hat man allerdings keinen solchen Editor, wird es entweder rudimentär oder aufwändig.

Wie bereits in einem anderen Artikel beschrieben, ist \LaTeX ein leistungsfähiges Werkzeug speziell auch für Formelsatz. Allerdings werden mit \LaTeX meist Dokumente erzeugt. Will man nur eine Formel in eine Präsentation einbinden, ist ein Din A4 PDF nicht so richtig praktisch.

Speziell für die Erzeugung einzelner Formeln gibt es aber LaTeXiT. Das ist eine kleine Anwendung, die als Teil des MacTeX-Pakets mitkommt. In einem Editorfenster lässt sich die Formel wie von \LaTeX gewohnt schreiben (Bild 1). Ein Knopfdruck übersetzt die Formel dann. Jetzt lässt sich das Ergebnis einfach mit der Maus als PDF- oder Graphikdatei aus dem Editor auf den Desktop ziehen. Die Größe des Dokuments wird dabei automatisch an den Platzbedarf der Formel angepasst. Der link verweist auf die erzeugte PDF-Datei: latex-image-1.

Damit können schnell und einfach auch größere Mengen von Formeln erzeugt und flexibel eingebunden werden.

Bild 1 - LaTeXiT Editor

Bild 1 – LaTeXiT Editor

Advertisements

Formelsatz mit MacTeX

Beim Schreiben technischer oder naturwissenschaftlicher Arbeiten besteht oft die Notwendigkeit Formeln im Text unterzubringen. Viele Textverarbeitungen unterstützen deshalb auch die Eingabe von Formeln. Trotzdem ist es auch heute immer noch eine Überlegung wert,  \TeX, bzw. \LaTeX, für solche Texte zu benutzen.

Bereits 1977 begann Donald Knuth mit der Arbeit an \TeX, weil er für seine Bücher ein Satzsystem haben wollte, das seinen ästhetischen Ansprüchen genügte. Formelsatz war dabei natürlich ein wesentliches Kriterium.

Ein wesentliches Merkmal von \TeX ist die klare Trennung von Inhalt und Erscheinungsbild. Innerhalb des Textes wird lediglich die Struktur festgelegt. In einem zweiten Schritt wird der Text in Dokumente hoher Qualität übersetzt. Qualität bezieht sich hier auf den Satz; für die Qualität des Inhalts ist der Autor natürlich immer noch selbst verantwortlich 😉

Im wissenschaftlichen Bereich setzte sich \TeX schnell durch. Vor allen Dingen, weil es durch Makros sehr weitgehend erweiterbar ist. Dadurch entstanden im Lauf der Jahre mächtige Pakete, die das Arbeiten mit \TeX wesentlich erleichtern. Das wohl bekannteste ist \LaTeX von Leslie Lamport.

\TeX wurde für das Schreiben von Büchern entwickelt und kann auch mit entsprechend großen Texten umgehen. Es unterstützt Literaturreferenzen (BiBTeX) und hilft beim Erzeugen eines Index (MakeIndex).

Hier will ich nicht näher auf \TeX selbst eingehen. Viele werden es bereits kennen. Bei Dante, der Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX, findet sich eine Menge an Dokumentation zu \TeX und allem drum herum.

Speziell für den Mac gibt es eine komplette Distribution namens MacTeX, die einfach zu installieren ist und alles mitbringt, was man braucht.

Für Leute mit \TeX / \LaTeX-Erfahrung, geht der Einstieg schnell: TeXworks starten, ein neues Dokument basierend auf einem Template erzeugen und los schreiben (Bild 1). Die Aufrufe von LaTeX, BibTex und MakeIndex, oder natürlich auch \TeX, erfolgen direkt aus der Anwendung (Bild 2). Das Ergebnis wird in einem eigenen Fenster dargestellt. Man muss also nicht im Terminal die einzelnen Anwendungen aufrufen.

Bild 1 - Vorlagen TeXworks

Bild 1 – Vorlagen TeXworks

Bild 2 - Aufruf von Kommandos aus TeXworks

Bild 2 – Aufruf von Kommandos aus TeXworks

Neben TeXworks sind weitere Editoren in MacTeX, bzw. MacTeXtras, enthalten: TeXShop, Aquamacs, aber auch LyX.

LyX lässt den Autor, im Gegensatz zu den anderen Editoren, direkt das Ergebnis seiner Arbeit sehen (Bild 3). Nur \TeX Befehle die er nicht erkennt stellt er auf dem Bildschirm dar. Damit schränkt er den Anwender nicht auf einen limitierten Befehlsumfang ein.

Bild 3 - LyX

Bild 3 – LyX

Ich selbst ziehe TeXworks vor, weil ich dort direkt die Befehle eingeben und sehen kann. Das kommt einem Softwareentwickler wohl einfach entgegen 😉

Der Einstieg in \TeX / \LaTeX ist wahrscheinlich nicht einfach. Hat man aber die zugrundeliegenden Konzepte erst einmal verstanden, geht die Arbeit schnell und reibungsarm von der Hand. LyX erleichtert dies natürlich noch einmal deutlich. Der wesentliche Vorteil ist, dass man sich während des Schreibens keine Gedanken über die Präsentation machen muss. Don Knuth hat eine Menge Wert darauf gelegt, dass \TeX saubere und ästhetische Dokumente erzeugt.

\LaTeX kann übrigens zum Beispiel auch in WordPress benutzt werden, um zum Beispiel Formeln zu setzen. Vor einiger Zeit gab es einen schönen Artikel zum Thema.

Hat man den Wunsch oder die Notwendigkeit Texte mit mathematischen oder chemischen Formeln zu schreiben, ist MacTeX einen näheren Blick auf jeden Fall wert.

%d Bloggern gefällt das: