Neue Scapple Beta

Gruppierung

Gruppierung

Seit heute ist eine neue Beta-Version von Scapple verfügbar. Sie ist über die Webseite, oder direkt durch die installierte Beta erhältlich.

Die für mich wesentliche Neuerung sind die Hintergrund-Gruppierungen (siehe Bild). Damit lassen sich Notizen auch optisch gut zusammenfassen.

Mittlerweile benutze ich Scapple lieber als Mindmaps; es bietet einfach mehr Freiraum. Für hierarchische Strukturen verwende ich Mindmaps natürlich immer noch gerne, aber im Zweifel starte ich Scapple und lege einfach los 🙂

About Scapple

About Scapple

Scapple – don’t call it brainstorming tool!

Beim sammeln von Ideen nutzen wir oft einfach ein Stück Papier oder einen MindMapper. Der Vorteil von MindMappern ist die Möglichkeit zur Strukturierung – allerdings erlauben MindMaps lediglich eine Baumstruktur. Papier lässt dafür beliebige Verbindungen zwischen Notizen zu. Dafür wird es leicht unübersichtlich, weil zu Beginn nicht klar ist, wie sich das Gestrüpp aus Notizen und Querverbindungen entwickeln wird – genau deshalb machen wir schließlich diese Arbeit. Außerdem lässt sich ein Stück Papier nicht gut weiter verarbeiten und verteilen.

Scapple verbindet die Vorteile beider Ansätze. Es ermöglicht die freie Platzierung von Notizen, Bildern und Dokumenten auf einem virtuellen Blatt. Zwischen diesen ‚Knoten‘ können dann beliebige Verbindungen hergestellt werden. Neben einfachen Verbindungslinien gibt es gerichtete und bidirektionale Verbindungen. Das virtuelle Blatt passt seine Größe an die Erfordernisse an und Knoten lassen sich auch beliebig verschieben.

Auszug aus einer Scapple-Map

Auszug aus einer Scapple-Map

Zur Zeit läuft die zweite Beta-Testphase. Scapple stammt vom Scrivener Entwickler und bietet auch eine Schnittstelle zur Übernahme der erarbeiteten Map in das Corkboard von Scrivener.

Warum aber dieser Titel? Keith hasst den Begriff ‚Brainstorming‘: „If I didn’t hate the word „brainstorming“ so much, I’d probably call it brainstorming software.“ 😉

Brainstorming?!

In der ZEITonline las ich vor einiger Zeit einen Artikel über Brainstorming. Es kam nicht gut weg.
Als eine Ursache wurde genannt, dass viele wegen Unsicherheit oder Konkurrenzdenken ihre Ideen nicht äußern. Aber ist das ein Problem der Methode? Wohl nicht. Kreativität braucht immer Freiraum; den Freiraum Fehler zu machen, und den Freiraum ‘Unsinn’ von sich zu geben.
Dieses Problem scheint also eher in der Organisation und der Persönlichkeit der Beteiligten zu liegen.

Deshalb Brainstorming für untauglich zu erklären, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Interessanterweise wurde dieser Artikel sehr intensiv und kontrovers diskutiert: viele bestätigten das negative Urteil, ebenso viele berichteten von guten Erfahrungen.

Woher kommt diese tiefe Spaltung, diese gegensätzlichen Erfahrungen? Aus einigen Beiträgen war herauszuhören, dass Brainstorming verordnet wurde: ein formales Meeting. Andere stellten fest, es sei problematisch, wenn die Beteiligten sich nicht vorbereiteten. Klar, wie soll man auch Ideen entwickeln, ohne sich mit einem Thema richtig befasst zu haben?

Aber wer kennt nicht auch solche Situationen: Ein paar Leute sitzen zusammen – oder stehen um die sagenumwobene Kaffeemaschine – und diskutieren ein Problem. Plötzlich fliegen die Ideen nur so hin und her, befruchten sich gegenseitig und zeugen neue Ideen. Das sind alltägliche Erfahrungen. Natürlich: keiner plant das als Brainstorming-Meeting mit Moderation und Keksen. Es passiert einfach! Und das ist ungemein fruchtbar und erfolgreich.

Methoden formal anzuwenden reicht einfach nicht! Das gilt nicht nur für Brainstorming. Wichtig für den erfolgreichen Einsatz jeder Methode ist das Verständnis für ihre Voraussetzungen und ihre Wirkungsweise. Ebenso entscheidend ist dann noch die Anpassung an den eigenen Kontext.

Fazit: Kreativität kann man nicht verordnen; keine Methode erzeugt Kreativität. Eine Methode kann aber helfen Kreativität freizusetzen!

%d Bloggern gefällt das: