Alarm für Dauersurfer

In der Zeitschrift c’t wird eine Erweiterung für Googles Browser Chrome beschrieben, die bei zu langem surfen meckert und zur Arbeit animiert. Die Erweiterung nennt sich Antikrastinator und ist zur Behandlung von Prokrastination bedingt durch Vielsurfen gedacht. Ob das hilft?

Ich habe jedenfalls nicht vor mich von so einem Ding nerven zu lassen. Gepflegtes prokrastinieren muss auch mal sein 🙂

Wer es doch mal ausprobieren will: Antikrastinator ist im Chrome Web Store erhältlich.

Advertisements

Übersicht mit Kanban

Auch für kleinere Projekte kann sich der Einsatz von Scrum oder Kanban lohnen. Allein der Einsatz eines entsprechenden Boards mit den Karten für die zu erledigenden Aufgaben ist für die Kommunikation im Team unglaublich hilfreich. Jeder kann sehen was zu tun ist und woran gerade gearbeitet wird.

Kanban ist selbst für Ein-Personen-Projekte hilfreich. So nutze ich es seit vielen Monaten für die Arbeit an diesem Blog.

Mein Board ist simpel; es hat fünf Spalten. Ganz vorne steht eine Spalte zum Sammeln von Themen für Artikel (Backlog) und es endet mit dem Posten eines Artikels. Jeder Artikel durchläuft dazwischen die Schritte Research, Schreiben, Layouten. Ein Artikel der eine Phase durchlaufen hat, wird auf die Trennlinie zur nächsten Phase gesetzt – diese dient dadurch als Puffer. Die Kapazität einiger Phasen ist mit einem Limit versehen.

Bild 1 – Die Phasen auf dem Board

Für jeden Artikel lege ich eine Karte an. Diese enthält mindestens den Arbeitstitel des Artikels. In manchen Fällen kommt noch ein Datum dazu. Dies ist zum Beispiel relevant, wenn ich etwas zu einem neuem Release einer Software schreiben will. Außerdem benutze ich farbliche Markierungen für die Priorisierung.

Bild 2 – Karteikarte für einen Artikel

Der Prozess ist einfach. Habe ich eine Idee für einen Artikel, lege ich eine Karte in der Spalte Backlog an. Entscheide ich mich dafür, einen dieser Artikel in Angriff zu nehmen, setze ich die Karte auf die Trennlinie zur nächsten Phase. Dieser Puffer ist mit einem Limit versehen; dieses Limit ist auf dem Board in Klammern rechts hinter dem Namen der Phase eingetragen (siehe Bild 1). In meinem Beispiel dürfen also maximal fünf Artikel ausgewählt werden. Wenn ich beginne Material zusammen zu tragen, schiebe ich die entsprechende Karte weiter in die Spalte Research. Diese Spalte kann maximal zwei Karten aufnehmen. Habe ich die nötige Klarheit um mit dem Schreiben anfangen zu können, schiebe ich die Karte wieder auf die Trennlinie zur nächsten Phase. So wandert jede Karte Schritt für Schritt durch den ganzen Prozess, bis der Artikel letztlich veröffentlicht wird.

Durch das Limit auf zwei Karten während der Bearbeitung kann ich einen umfangreicheren Artikel über längere Zeit bearbeiten, aber trotzdem immer wieder kleinere Texte dazwischen schieben. Ein größerer Puffer würde dazu führen, dass sich viele angefangene Texte ansammeln; genau dies will man aber mit Kanban verhindern.

Solch ein Kanban-Board lässt sich natürlich leicht mit einem Whiteboard und Post-Its, oder einer Pinnwand und Karteikärtchen aufbauen. Allerdings gibt es auch einige Software-Produkte, die dabei helfen. Diese sind vor allen Dingen für verteilte Teams nötig, um auch hier eine gemeinsame Sicht zu bieten.

Ein einfaches Beispiel für solch eine Anwendung ist scrumblr. Es ist eine Webanwendung, die eine einfache Pflege eines Boards bietet. Hier kann sich jeder kostenfrei ein Board anlegen und damit arbeiten. Natürlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Daten potentiell von anderen eingesehen werden können. Für kritische Anwendungen ist also eine andere Lösung vorzuziehen.

Scrivener Views

Intro

Bei der Arbeit mit umfangreichen Texten hilft es, von mehreren Seiten auf sein Dokument schauen zu können. Ein Outline hilft schnell die Struktur eines Textes zu erkennen und diese bei Bedarf zu ändern, ohne mit zu vielen Details konfrontiert zu werden. Für das Schreiben dagegen ist eine fokusierte Sicht auf den aktuellen Text der Konzentration förderlich.
Scrivener bietet deshalb eine Reihe verschiedener Ansichten an.
Für die eigentliche Arbeit gibt es drei Haupt-Ansichten: eine Pinnwand mit Karteikarten, einen Outliner für die Struktur, und schließlich die Textansicht (Scrivenings). Außerdem gibt es noch ein QuickReference-Panel für die Anzeige von Texten und deren Metadaten.

Zwischen den verschiedenen Ansichten kann mit Hilfe der Icons der Gruppe Group Mode bzw. View Mode gewechselt werden. Group Mode ist für Ordner gedacht, View Mode für Texte. Group Mode zeigt die Inhalte des Ordners an, View Mode den das Textdokument.
Für Ordner gibt es noch eine vierte Variante: ist keines der Icons aktiviert, wird der Text des Ordners selbst angezeigt.

Bild 1 – Group Mode

Bild 2 – View Mode

Wählt man Pinnwand oder Outliner für einfache Texte, ist die Ansicht leer. Das liegt daran, dass es eben keine Struktur gibt, die angezeigt werden könnte. Jetzt ist man allerdings in der Lage, Texte oder auch Ordner in der leeren Ansicht zu erzeugen, oder bereits vorhandene aus dem Binder hereinzuziehen. Damit lassen sich also flache Texte – oder leere Ordner – mit Inhalt füllen und damit die Struktur erweitern.
Wie gerade erwähnt, können Texte und Ordner beliebig zwischen Binder und Outliner bzw. Pinnwand hin- und hergeschoben werden. Diese Group-Modes sind also eigentlich nur spezielle Ansichten auf den Binder.

Pinnwand

Die Pinnwand stellt Dokumente und Ordner in Form von Karteikarten dar. Dabei werden nicht der Text eines Dokuments selbst gezeigt, sondern die Synopsis. Damit lässt sich besonders in einer frühen Phase sehr gut an der Konzeption und Struktur arbeiten.

Bild 3 – Pinnwand

Im Bild sind als Beispiel die Karten für den vorliegenden Artikel zu sehen. Der Status eines Textes ist hier als Wasserzeichen zu sehen, das Label wird durch die Farbe der Kopfzeile visualisiert.
Um die Reihenfolge der Texte im Dokument zu ändern, kann ein Text einfach mit der Maus an eine andere Stelle gezogen werden; dies ändert auch die Position im Binder.
Mit dem Menü View->Corkboard Options lässt sich die Darstellung weiter konfigurieren.

Neben dieser geordneten Darstellung unterstützt die Pinnwand auch noch eine ungeordnete Ansicht. Damit lassen sich Karten beliebig platzieren, ohne auf das Raster Rücksicht zu nehmen. Diese Änderungen wirken sich allerdings nicht auf den Binder aus. Erst wenn sie bewusst durch klicken von Commit order übernommen werden, ändert sich auch die Reihenfolge m Binder und damit im Dokument.
Umgeschaltet werden kann mit Hilfe der Icons in der Fußzeile der Pinnwand (siehe Bilder).

Bild 4 – geordnete Ansicht

Bild 5 – ungeordnete Ansicht

Wählt man eine der Karten aus, wird der Text im Editor geöffnet. Zieht man es vor die Pinnwand-Ansicht zu behalten, lässt sich der Text auch im zweiten Editor öffnen. Dazu wird der zweite Editor geöffnet (⇧⌥⌘–0) und das Icon mit den zwei Pfeilen in der Fußzeile der Pinnwand angeklickt – es wird dann blau.

Bild 6 – öffnen in zweitem Editor aktiviert

Outliner

Um Struktur und Metadaten im Überblick zu haben, bietet sich der Outliner an. Hier werden für alle ausgewählten Texte und Ordner Überblicksinformationen dargestellt. Was genau zu sehen ist, lässt sich konfigurieren (Rechtsklick auf die Titelzeile der Tabelle). In dieser Ansicht kann auch die Reihenfolge der Texte durch verschieben geändert werden.

Bild 7 – Outliner-Ansicht

Metadaten, wie Titel, Label oder Status, lassen sich im Outliner ebenfalls ändern. Andere, wie die Statistiken, sind natürlich nur lesbar.
Wie in der Pinnwand, lassen sich die Texte auch im zweiten Editor öffnen (siehe Bild 6).

Scrivenings

Die Aufteilung des Dokuments in kleinere Teile ist für das Schreiben und Umstrukturieren sehr praktisch. Allerdings wollen wir unseren Text natürlich auch im Zusammenhang lesen können. Hier kommt die Scrivenings-Ansicht insSpiel: wählen wir sie für einen Ordner aus, werden alle darin enthaltenen Texte fortlaufend im Editor angezeigt. Zwischen den einzelnen Texten wird eine Trennlinie eingeblendet, um den Zusammenhang zu behalten. Optional können auch die Titel der einzelnen Texte angezeigt werden.
In dieser Ansicht können die Texte nicht nur angeschaut, sondern auch bearbeitet werden. Das folgende Bild zeigt einen Ausschnitt dieses Artikels mit eingeblendeten Titeln.

Bild 8 – Scrivenings-Ansicht

QuickReference Panels

Wollen wir während des Schreibens andere Texte oder Dokumente anschauen, oder daraus zitieren, können wir diese Dokumente im zweiten Editor öffnen. Das funktioniert für genau ein weiteres Dokument. Eine andere Möglichkeit bieten die Quick Reference-Panels. Wollen wir ein Dokument darin öffnen, markieren wir es und drücken die Leertaste. Daraufhin wird das Dokument in einem eigenen Fenster geöffnet. Diese Fenster lassen sich verschieben und in der Größe verändern.
Damit lassen sie sich so positionieren, dass sie uns möglichst wenig Platz wegnehmen.
Dies funktioniert auch für Referenzen, sowie Bilder und PDF-Dokumente im Research-Ordner. Sollen die Fenster nicht hinter der Anwendung verschwinden, lässt sich das mit Window -> Float QuickReference Panels (⌃⌘-Q) erreichen.
Zusätzlich zum Text können auch Metadaten angezeigt werden. Außerdem lassen sich Texte auch editieren.

Bild 9 – QuickReference Panel

Fazit

Die verschiedenen Ansichten sind für das Arbeiten im gesamten Projektverlauf sehr hilfreich. In frühen Phasen bietet sich die Pinnwand an, um erst einmal das grundlegende Konzept zu entwickeln. Der Outliner liefert einen schnellen Überblick über Status und Fortschritt des Projekts. Hat sich dann bereits einiges an Text angesammelt, hilft die Scrivenings-Ansicht dabei, den Text im Zusammenhang zu sehen. Referenzen und ähnliches können wir mit Hilfe der QuickReference Panels immer im Blick behalten.

%d Bloggern gefällt das: