Do the Work!

Do the Work!: Overcome Resistance and get out of your own way‚ ist ein kleines Buch von Steven Pressfield. Im Grunde geht es darum, unseren inneren Schweinehund in seine Schranken zu weisen, wenn er uns davon abhalten will, an unserem schönen, großen Projekt zu arbeiten. Er geht auf die Ursachen der inneren Widerstände ein und gibt Anregungen, damit umzugehen. Dabei führt er uns durch die verschiedenen Phasen eines Projekts. Anfangen, durchhalten, zu Ende bringen – jede dieser Phasen hat ihre eigenen Tücken.

Es dürfte niemanden überraschen, dass die Lösung des Problems darin liegt, einfach das Notwendige zu tun – der Titel sagt es bereits. Wir wissen das natürlich eigentlich auch alle. Trotzdem kämpfen wir immer wieder mit uns.

Ein durchaus lesenswertes Buch. Ob es wirklich hilft, sei einmal dahingestellt; jedenfalls macht das Lesen Spaß – auch wenn während dessen unsere Arbeit wieder liegen bleibt 😉

Distrust that particular flavor von William Gibson

Wer die Bücher William Gibsons kennt, weiß von seiner Voraussicht bezüglich gesellschaftlicher Veränderungen, die durch Technologie getrieben werden. Er verfolgt technologische Entwicklungen, aber vor allem beobachtet er, wie sie die Gewohnheiten der Menschen verändern. Japan ist nicht zufällig immer wieder zentraler Bestandteil seiner Romane.

Dieses Buch – Distrust that particular flavor –  ist allerdings kein Roman, deshalb auch der warnende Titel. Es ist eine Zusammenstellung von Artikeln und Vorträgen Gibsons. Interessant ist dabei der recht lange Zeitraum seit 1989, über den diese entstanden.

Gibson kommentiert jeden Beitrag kurz, um etwas hervorzuheben, oder in einen Rahmen zu stellen.

Unter anderem erfährt man so auch, warum Japan solch eine Bedeutung für ihn hat.

Ein interessantes Buch!

 

Personal Kanban

Einfaches Kanban-Board

Kanban stammt ursprünglich aus dem Produktionsbereich. Es wurde Mitte des letzten Jahrhunderts bei Toyota entwickelt, um die Produktion zu optimieren. Seither wird versucht Kanban auch in anderen Bereiche  einzuführen, so zum Beispiel für die Entwicklung von Software – David Anderson hat hier grundlegende Arbeit geleistet. Jim Benson ging noch einen Schritt weiter und hat Kanban für die alltägliche Arbeit zugänglich gemacht. Seine Ideen und Erfahrungen veröffentlichte er in dem Buch Personal Kanban.

Personal Kanban ist gleichzeitig auch Programm: es zeigt die Nutzung von Kanban auch für das persönliche Taskmanagement.

Worum geht es nun dabei? Es gibt genau zwei Regeln zu beachten:

  • Visualisiere deine Arbeit
  • Beschränke die Anzahl gleichzeitig aktiver Aufgaben (WIP = work in progress)

Die erste Regel sagt, dass alles, was erledigt werden soll, mit samt seinem Status visuell zugänglich sein soll. Praktisch werden dazu eben Karten an einem Board benutzt. Dadurch lässt sich schnell und intuitiv erfassen, wo man gerade steht. Die zweite Regel sagt, man soll nicht zu viele Dinge gleichzeitig anfangen – einfach und einleuchtend. Kanban hat als Ziel eben nicht die Auslastung von Kapazitäten, sondern die Optimierung des Durchflusses.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt.

Einige kritisieren deshalb auch, das Buch sei unnötig aufgeblasen; auf den ersten paar Seiten sei doch bereits alles gesagt.

Das kann ich so nicht nachempfinden. Natürlich ist auf den ersten Seiten beschrieben was Personal Kanban ist. Auch die beiden Regeln stehen da bereits. Aber das ist eben erst der Anfang! Wichtig ist doch zu verstehen, warum es diese Regeln gibt, welche Bedeutung sie haben. Und auch dann ist erst die Idee verstanden. Deren Anwendung ist noch eine ganz andere Geschichte. Deshalb ist eben auch der Teil des Buchs wichtig, der beschreibt, wie man Personal Kanban in verschiedenen Situationen anwenden kann. Hier geht es nicht um Kochrezepte, sondern wieder um Verständnis. Verständnis auf der nächsten Ebene, der Anwendung der Methode.

Benson und seine Mit-Autorin Tonianne DeMaria Barry zeigen anhand konkreter Beispiele, wie Kanban angewandt werden kann. Sie beschreiben die Anpassung des Kanban-Boards für verschiedene Zwecke. Darüber hinaus gehen sie auch auf die Grenzen der Methode ein. So gibt es Fälle, die die Einschränkung der WIP nicht ohne weiteres erlauben. Als Beispiel führen sie den Einsatz bei Katastrophen an – der Hurricane Sandy erinnert wieder daran. Für solche Zwecke schlagen sie eine andere Boardstruktur vor, die ebenfalls die Sichtbarkeit der zu erledigenden Dinge und ihren Status visuell unterstützt, aber eben berücksichtigt, dass eine selbstbestimmte Wahl der zu erledigenden Tasks nicht immer möglich ist.

Will man sich mit dieser Art von Taskmanagement beschäftigen, gibt das Buch einen guten Einstieg. Die Spanne zieht sich von kognitiven Grundlagen bis hin zur praktischen Umsetzung.Generell spürt man die Erfahrung der Autoren mit Personal Kanban. Das Buch ist außerdem sehr angenehm zu lesen. Eine klare Empfehlung also.

Ich beziehe mich hier auf die Kindle-Version des Buchs.

%d Bloggern gefällt das: