Scrivener Backups

In einem anderen Artikel habe ich Scrivener, eine Anwendung für das Schreiben umfangreicher Texte, vorgestellt. Heute will ich näher auf die eingebaute Backup-Funktionalität eingehen.
Scrivener legt in der Grundeinstellung jeweils beim Schließen eines Projekts ein Backup an. Dabei werden immer maximal die letzten 5 Backups vorgehalten. Wird ein sechstes Backup erzeugt, überschreibt es das älteste. Dadurch wächst der benötigte Platz nicht unbegrenzt.
Natürlich können Backups auch manuell angestoßen werden. Dies wird durch File/Back Up/Back Up Now erreicht. Soll ein Backup in einem anderen als dem eingestellten Verzeichnis abgelegt werden, wählt man dagegen File/Back Up/Back Up To…. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn ein Projektstand dauerhaft festgehalten werden soll.
Das Verhalten von Scrivener lässt sich durch seine Einstellungen an die eigenen Bedürfnisse anpassen (siehe Bild).

Einstellungen für das Backup

So ist zum Beispiel das Verzeichnis für die Backups genauso einstellbar, wie die Anzahl verfügbarer Backups.
Es ist ebenfalls möglich bei jedem manuellen Sichern des Projekts gleichzeitig ein Backup anzulegen.
So schön und wichtig diese Funktionalität auch ist: Ein ‘richtiges’ Backup, zum Beispiel mit TimeMachine, ersetzt es nicht. Wichtige Dateien sollten immer auf verschiedenen Platten und möglichst an verschiedenen Orten gesichert werden, um die Gefahr eines Verlusts zu begrenzen.
Bei der Sicherung ist zu beachten, dass Scrivener das Projekt geschlossen hat, da ansonsten ein inkonsistenter Stand gesichert werden könnte.
Nutzt man beide Arten des Backups, sollte es jederzeit möglich sein, mit minimalem Aufwand ein verloren gegangenes Projekt wieder herzustellen. Gerade bei langwierigen Schreibprojekten ist ein gut eingespielter Backup-Prozess essentiell.
Scrivener bietet neben diesem Backup noch die Möglichkeit Snapshots anzulegen, um wichtige Zwischenstände einfrieren zu können. Darauf werde ich in einem weiteren Artikel eingehen.

Verzeichnisse synchronisieren

Neben einem regelmäßigen Backup, das auch den Zugriff auf ältere Versionen einer Datei und auf gelöschte Dateien ermöglicht, ist es manchmal praktisch, eine Kopie von Dateien oder ganzen Verzeichnissen anzulegen. Damit lässt sich der Zustand einer Arbeit zu einem definierten Zeitpunkt einfrieren.

Ein weiterer Anwendungsfall ist die Sicherung großer Dateien, die bei einem normalen inkrementellen Backup immer wieder als Ganzes gesichert werden muss, weil die Backupsoftware für diesen Dateityp keine Inkremente erzeugen kann. Bilddatenbanken sind ein Beispiel.

Für die Sicherung sollte ein eigenes Laufwerk benutzt werden, damit im Falle eines Plattenfehlers nicht alle Daten kaputt sind. Virtuelle Laufwerke im Internet bieten sich an, weil dadurch gleich eine Datensicherung durch den Anbieter gegeben ist. Im Falle kritischer Daten sollten diese dann allerdings verschlüsselt werden. Beispiele für Dienste sind iDisk und DropBox.

Eine Kopie für eine Handvoll Dateien lässt sich leicht „per Hand“ im Finder erzeugen. Will man dagegen viele Dateien sichern und diese immer wieder einmal aktualisieren, lohnt es sich, nur die Dateien zu kopieren, die sich seit dem letzten Mal geändert haben. Speziell bei der Sicherung über das Netzwerk oder sogar Internet kann damit die Zeit für die Datenübertragung beträchtlich gesenkt werden.

Um die gesicherten Daten mit dem aktuellen Stand abzugleichen, müssen nun Änderungen der Originaldateien gegenüber der Kopie erkannt und geänderte Dateien kopiert werden. Je nach Anwendungsfall macht es auch Sinn, im Originalverzeichnis gelöschte Dateien auch auf der Kopie zu löschen. Es geht hier ja nicht um eine (versionierte) Datensicherung, sondern um die Kopie eines Arbeitsstands.

Für die Synchronisation von Dateien und Verzeichnissen gibt es bereits seit geraumer Zeit das Programm rsync. rsync ist eine Befehlszeilenanwendung mit einer Menge Parameter zur Steuerung des Verhaltens. Damit lassen sich all unsere Anforderungen gut abdecken. Allerdings ist der Umgang mit kryptischen Parametern im Terminalfenster nicht jedermanns Sache. Deshalb wurde das Programm Grsync geschrieben, das eine graphische Benutzeroberfläche für rsync bereitstellt. Damit lässt sich die Anwendung bequem benutzen. Alle Optionen sind über die Oberfläche einstellbar. Ein Simulationsmodus zeigt, was im Ernstfall kopiert werden würde. Damit erspart man sich unter Umständen böse Überraschungen. Grsync kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Grsync

Ein Leben nach dem Plattencrash

Jeder von uns, der seinen Computer für seine Arbeit braucht, weiß, dass regelmäßige Backups gemacht werden sollten. Es muss nicht gleich ein Totalausfall der Platte sein, eine verlorene oder kaputte Datei reicht schon, den Aufwand zu rechtfertigen.

Mac OS X stellt mit Time Machine eine Backup-Software bereit, die für viele Fälle bereits ausreicht. Time Machine ist einfach einzurichten und arbeitet ohne weitere Benutzereingriffe im Hintergrund. Auch das Zurückholen einer älteren Version einer Datei geht einfach und problemlos. Hat man Time Machine  am Laufen, lässt sich nach einer Neuinstallation das System leicht wieder herstellen.

Allerdings bleibt das Problem, dass im Falle eines Plattencrashs erst einmal eine neue Platte besorgt und eingebaut werden und das System installiert werden muss. Hat man dringende Arbeit zu tun, kann diese Verzögerung problematisch sein. In diesem Fall bewährt es sich, ein bootbare Kopie des Systems auf einer externen Festplatte zu haben. Dann muss nur beim Start des Rechners diese Platte als Startmedium angegeben werden. Das ist schnell gemacht. Startet man den Mac, wird ein Ton erzeugt. Drückt und hält man jetzt die ‚alt‘-Taste, werden alle Medien angezeigt, die ein startbares System enthalten. Mit den Pfeiltasten wählt man die Platte mit der Systemkopie an und drückt die Enter-Taste. Der Mac startet dann von unserer externen Platte.

Damit haben wir wenige Minuten nach einem Crash wieder ein lauffähiges System, auf dem wir weiter arbeiten können.

Für die einfache Erzeugung solch einer Systemkopie gibt es einige Programme. SuperDuper und Carbon Copy Cloner sind zwei davon. Ich verwende Carbon Copy Cloner und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Das Programm kostet nichts, allerdings freut sich der Entwickler über einen Beitrag von 15$. Sicher nicht zu viel, wenn man daran denkt, welchen Nutzen das Programm im Falle eines Falles bringt.

Natürlich hilft es nicht viel, wenn man nun einmalig eine Systemkopie macht. Sinnvollerweise wird man sie regelmäßig auf den neuesten Stand bringen. Damit das nicht jedes Mal Stunden dauert, erlaubt Carbon Copy Cloner ein zeitgesteuertes Update einer bestehenden Systemkopie. Ich habe mich hier für ein Intervall von einer Woche entschieden.

Nach der Erzeugung einer Kopie sollte man diese auch gleich ausprobieren. Es gibt wohl nichts ärgerlicheres als im Schadensfall festzustellen, dass ein Backup nicht funktioniert hat.

Jetzt hoffe ich trotzdem, dass ich niemals auf meine Kopie zurückgreifen muss 😉

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