Globale Abhängigkeiten

© Stefan Braun

Der Sturm an Amerikas Ostküste hat uns wieder gezeigt, wie anfällig wir trotz aller technischen Fortschritte sind.

Überschwemmungen in New York. Telefone funktionierten nicht mehr. Stromausfälle.

Damit wird unsere Gesellschaft – zusätzlich zu den sowieso schon schlimmen Folgen – hart getroffen. (Tele-)Kommunikation und Stromversorgung sind inzwischen eine Selbstverständlichkeit für uns. Erst wenn beides nicht mehr funktioniert, spüren wir diese Abhängigkeit wirklich. Natürlich sind wir nicht davon überrascht, dass wir davon abhängig sind; viel schwerwiegender ist die Erkenntnis, wie weit diese Abhängigkeit reicht! Eben weil Mobiltelefone und Internet inzwischen kaum noch als Technik wahrgenommen werden, sondern als integraler Teil unseres Lebens1.

Durch die Globalisierung wird diese Abhängigkeit noch ein gutes Stück größer. Plötzlich hat ein Sturm an der Ostküste der USA unmittelbare Auswirkungen auf mich in Europa: durch die Stromausfälle in New York werden Server vom Netz genommen und damit verschwinden Applikationen aus dem Internet, die ich täglich nutze. So war zum Beispiel Trello mehrere Stunden nicht verfügbar.

Natürlich lassen sich solche Risiken mindern, indem die Applikationen in mehreren, geographisch verteilten Rechenzentren laufen. Aber auch das ist nur ein Stückchen mehr Sicherheit, aber keine Garantie.

Was können wir nun daraus lernen? Das Wichtigste ist wohl, sich in solchen Fällen immer wieder vor Augen zu führen, dass wir die Natur nicht beherrschen können. Hier ist schlicht etwas Demut angebracht. Des weiteren sollten wir uns bewusst machen, dass diese Probleme lediglich Unannehmlichkeiten sind im Gegensatz zu der Lage direkt Betroffener. Das ist klar.

Also gilt es nur noch, mit diesen Unannehmlichkeiten umzugehen. In einigen Fällen reichen dazu etwas Geduld und Improvisationskünste, in anderen Fällen müssen wir uns rechtzeitig Ausfallstrategien zurechtlegen – oder eben auf solche Abhängigkeiten verzichten, auch wenn das manchmal mit Komforteinbußen verbunden sein wird.

Letztlich ist wieder nur Risikomanagement gefragt. Kein Grund also, sich grundsätzliche Gedanken über diese Abhängigkeiten zu machen?


(1) Das gilt sicher nicht für jeden Einzelnen, aber für einen immer größeren Teil unserer Gesellschaft.

3 Responses to Globale Abhängigkeiten

  1. Wolfgang sagt:

    Man nimmt vieles als selbstverständlich wahr….und ist umso betroffener, wenn man merkt, daß dem doch nicht so ist. Mich eingeschlossen. Wir müssen uns das immer und immer wieder bewusst machen….

  2. Pingback: Kanban und GTD « Denkenswert

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: