Sehen und verstehen – automatisches Übersetzen

Babel Shot

Wer wollte nicht schon einmal in einem Land mit einer fremden Sprache ein Schild lesen oder eine Speisekarte. Dann greift man meist zum Wörterbuch – virtuell oder auch nicht. Das klappt mit etwas Übung ganz gut. Schwieriger wird es, wenn ungewohnte Schriftzeichen dazukommen, kyrillisch oder griechisch zum Beispiel. Außerdem kann die Suche natürlich auch im Falle mehrerer Worte aufwendig werden.

Gerade wenn es um ganze Sätze geht, bietet sich Google translate an. Aber auch damit ist natürlich die Eingabe fremder Schriften nicht gelöst. Selbst falls man die entsprechende Sprachunterstützung auf iPad oder Laptop verfügbar hat, ist die Eingabe trotzdem beschwerlich. Was bietet sich hier besser an, als eine optische Eingabe in Form eines Fotos?

Genau das ist es auch, was BabelShot, eine kleine App für das iPhone, leistet. Der zu übersetzende Text wird abfotographiert, die Sprache ausgewählt und die Übersetzung durchgeführt.

Soweit die Idee. Praktisch gibt es natürlich ein paar Hürden. Der fotographierte Text muss erst einmal aus dem Bild extrahiert werden, bevor er übersetzt werden kann. Dies stellt einige Anforderungen an die Qualität der Aufnahme. Die App bietet einfache Werkzeuge für die Bearbeitung der Fotos; so kann ein Ausschnitt gewählt und der Kontrast verbessert werden.

Nach diesem Schritt versucht die App den Text zu erkennen – manchmal mit Erfolg, manchmal klappt das nicht ganz so gut. Wurde der Text richtig erkannt, geht es weiter zur Übersetzung. Die Ergebnisse sind im Rahmen dessen, was man gewohnt ist: manchmal ist es brauchbar, oft seltsam.

Was Babelshot bei der Eingabe spart, muss man bei der Bearbeitung des Fotos wieder aufwenden. Dies liegt natürlich mit an der Qualität der Aufnahme. Getestet habe ich mit einem iPhone 3gs; die Kamera eines iPhone4 kann da schon einen Unterschied machen.

Für mich übersteigt der Aufwand jedenfalls den Nutzen. Ich werde noch länger mit Wörterbuch oder manueller Texteingabe leben müssen. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

2 Responses to Sehen und verstehen – automatisches Übersetzen

  1. laotang sagt:

    Pleco für iOS ist zumindest für Chinesisch eine sehr brauchbare Alternative mit OCR. Auch sonst ein großartiges Programm.

  2. sbraun58 sagt:

    Danke für den Hinweis! Pleco habe ich mir vor einiger Zeit aus Interesse angeschaut.

    Allerdings hatte ich das OCR-Modul nicht, was die Verwendung natürlich erschwert, weil dann nur die Texteingabe verfügbar ist.

    Chinesisch interessiert mich zwar, erfordert aber wesentlich mehr Zeit, als ich dafür investieren kann. Aus diesem Grund muss ich noch mit Übersetzungen leben, so unbefriedigend das manchmal auch ist (wenn ich nur an die vielen Übersetzungen des Tao te king denke …). Ich kann deshalb nicht wirklich sagen, wie hilfreich die App in der Praxis ist. Sie macht aber einen guten Eindruck und hat ein gutes Handbuch (was leider nicht selbstverständlich ist!).

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