Formatieren von Texten mit Markdown

Viele Editoren für Distraction-free Writing erzeugen reine Textdateien. Will man strukturierte Texte mit Überschriften und Aufzählungen erzeugen, oder einzelne Worte bzw. Sequenzen hervorheben, stößt das Textformat in seiner reinen Form an seine Grenzen.

Um diesem Problem zu Leibe zu rücken gibt es – neben Textverarbeitungen – eine Reihe von Notationen, sogenannte Markup-Sprachen. Bekannte Beispiele sind HTML und (La)TeX. Beide erfordern allerdings vom Autor einiges an zusätzlichem Aufwand und Know How. Dies ist nicht nur aufwendig, es bläht auch die Texte auf und macht sie vor allen Dingen in der Textform schwer lesbar.

Markdown

John Gruber hat sich mit Erfolg an einem minimalistischen Ansatz versucht. Seine Notation, Markdown, sollte einfach zu erlernen und schnell zu schreiben sein und darüberhinaus die Lesbarkeit des Textes nicht beeinträchtigen. Er ging von den in emails gängigen Hilfsmitteln aus; so wird zum Beispiel ein Wort durch einrahmen in * hervorgehoben.
Diese Notation lässt sich während des Schreibens ohne großen Aufwand nutzen. Vor allem können die Hände dabei auf der Tastatur bleiben.
Natürlich bedarf es jetzt noch eines Programms, das diese Notation in die gewünschte Darstellung umsetzt. Solche Programme erlauben die Ausgabe in geeigneten Dateiformaten wie rtf, pdf, oder HTML.
Heute gibt es bereits eine Reihe von Applikationen, die Markdown unterstützen. Einige davon setzen die Darstellung direkt bei der Eingabe bereits um. So lässt sich die Wirkung bereits beim Schreiben beurteilen. Ein Beispiel für solch einen Editor ist Byword.

Notation

Mit einem * wird es kursiv dargestellt, bei Verwendung von zwei * fett.

Aufzählungen lassen sich entweder numeriert, oder einfach als Punktelisten darstellen. Will man eine numerierte Liste, stellt man jedem Punkt eine Zahl mit einem Punkt voran.

1. erster Punkt
2. zweiter Punkt

die vorangestellten Zahlen müssen nicht fortlaufend sein. Markdown ersetzt sie automatisch durch fortlaufende Zahlen.
Der folgende Text führt also zum gleichen Ergebnis:

3. erster Punkt
1. zweiter Punkt

Punktlisten werden mit vorangestelltem * oder – erzeugt.

* erster Punkt
* zweiter Punkt

bzw.

– erster Punkt
– zweiter Punkt

Überschriften werden durch # markiert. Die Anzahl der # gibt die Verschachtelungstiefe des Kapitels an.

# Kapitel 1
## Unterkapitel 1
## Unterkapitel 2
### Noch eine Ebene tiefer
# Kapitel 2

Eine detaillierte Beschreibung der Notation ist auf John Grubers Website DaringFireball  zu finden.

Inzwischen gibt es weitere Varianten von Markdown. MultiMarkdown  von Fletcher T. Penney erweitert die Notation erheblich. Unter anderem ermöglicht sie die Erzeugung von Tabellen und das Einbinden von Bildern.

Werkzeuge

Es gibt eine Reihe von Anwendungen für den Mac, die Markdown sehr gut unterstützen. Byword und iAWriter sind nur zwei davon. In weiteren Artikeln werde ich auf einige davon näher eingehen.

Fazit

Anzumerken ist, dass man sich mit Markdown vom Ideal des Distraction-free Writing entfernt. Dieses trennt ja ganz bewusst Texterzeugung und Formatierung. Andererseits ist man auch weit weg von schwergewichtigen Textverarbeitungen und hat dennoch gute Möglichkeiten seinen Text zu strukturieren, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen.
Wie immer sollte man hier pragmatisch entscheiden, was einem wichtig ist.

5 Responses to Formatieren von Texten mit Markdown

  1. Pingback: Markdown mit Byword komfortabel schreiben « Denkenswert

  2. Pingback: Angenehm schreiben mit iAWriter « Denkenswert

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