Ishikawa Fishbone – Ursache /Wirkungs Diagramme

Schon der Name macht neugierig. Fischgräten sind eigentlich nicht gerade das, was man so im Arbeitsumfeld erwarten würde; es sein denn, man ist im gastronomischen Bereich tätig.
Die Fischgräten, von denen in diesem Artikel die Rede sein soll, sind allerdings keine Überreste, sondern Ergebnisse. Zumindest Zwischenergebnisse.
Fischgräten-Diagramme wurden in den 1940ern von Professor Kaoru Ishiwaka für die Ursache / Wirkungsanalyse entwickelt.
Deshalb werden diese Diagramme auch als Ishikawa Diagramme, und Ursache / Wirkungs-Diagramme bezeichnet.

Bei der Analyse von Problemen lassen sich diese Diagramme einsetzen, um mögliche Ursachen und Abhängigkeiten darzustellen. Dazu schreibt man an den Kopf des Fischskelets das Problem. Die Rippen werden mit Kategorien möglicher Ursachen beschriftet.
Dann fängt man an konkrete Ursachen zu suchen und diese als Zweige an die Rippen zu hängen. An diese Zweige können dann wieder Gründe für diese Ursachen gehängt werden. So ergibt sich eine klare und gut strukturierte Sicht auf die möglichen Ursachen.
Jetzt gilt es noch, diese Ursachen zu gewichten, um dann Maßnahmen für die Lösung des Problems ableiten zu können.

Fischgräten-Diagramme sind lediglich eine Notation. Durch ihre Struktur zwingen sie uns aber, unser Problem methodisch anzugehen. Sie helfen bei einer systematischen Analyse möglicher Ursachen, indem sie zu einem strukturierten Vorgehen zwingen. Sich über die Kategorien Gedanken zu machen, führt bereits zu einer größeren Offenheit für Ursachen, die außerhalb des gewohnten Blickfelds liegen. Dadurch können neue und unerwartete Lösungsansätze gefunden werden.

Einsetzen lässt sich dieses Vorgehen sehr gut im Team. Das Diagramm wird dann zusammen am Whiteboard entwickelt und diskutiert. Ist das Team fachlich heterogen zusammengesetzt, führt das zu den besten Ergebnissen, weil ganz verschiedene Blickwinkel zum Tragen kommen.

Das Fischgräten-Diagramm ist lediglich eine Baumdarstellung mit einer Wurzel (dem Problem), Hauptästen (den Kategorien) und Zweigen (den Ursachen). Deshalb kann auch einfach ein Mindmapping-Tool benutzt werden. Allerdings kann die strukturelle Klarheit darunter leiden, weil man verführt wird, die Ursachen sehr tief zu gliedern. Fischgräten-Diagramme erlauben zwar prinzipiell auch eine tiefere Gliederung, schränken diese aber praktisch durch die gewählte Form ein. Gerade diese Klarheit macht die Stärke der Fischgräten-Diagramme aus. Sie ermöglicht eine einfache und klare Dokumentation und Kommunikation der Analyseergebnisse und verhindert ein sich Verlieren in Details.

In vielen Darstellungen wird das Ishikawa-Diagramm mit fest definierten ‚Gräten‘ beschrieben (Mensch, Management, Methode, Maschine, Material, Mitwelt). Diese Definition ist eng an die ursprüngliche Anwendung der Diagramme angelehnt. Man sollte sich aber durch solche Vorgaben nicht einschränken lassen. Erscheint etwas nützlich, kann man es übernehmen, ansonsten lässt man es weg, bzw. ersetzt es durch etwas Relevanteres.

Hat man sein Problem erfolgreich analysiert, lässt sich dies passend mit dem Besuch eines guten Fischrestaurants feiern.

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